Der Kurhessen-Achter 2011

Der Kurhessen-Achter auf dem Steg

Der Kurhessen-Achter auf dem Steg

Wenn Steuerfrau Marie Kalinowski ihre Jungs zusammenruft, herrscht Ruhe.Der nur 1,63 cm großen Steuerfrau des Kurhessen-Achters fällt es nicht schwer, die baumlangen Kerle zusammenzurufen – was sie ansagt, wird gemacht. Ohne wenn und aber, ohne Wiederworte. „Ohne Disziplin geht es einfach nicht“ erklärt die Lehrerin.

Alle Mann ans Boot, Boot geht hoch – auf die acht Ruderer warten 15 bis 20 Kilometer auf der Fulda. Schlag auf Schlag, schmerzende Arme werden ausgeblendet. Jeder weiß, was er zu tun hat.

„Im letzten Herbst haben wir auf „Spaß“ Regatten Blut geleckt und uns entschlossen in die Ruder-Bundesliga einzusteigen wobei es wichtig ist, dass die Männer sich erst mal im Boot zusammenfinden, damit alle an einem Riemen ziehen“ versichert Kalinowski. Dabei vertraut man weiterhin, wie auch schon bei anderen Achter-Projekten auf eine Mischung aus international erfolgreichen Ruderern und „jungen Wilden“. So gibt es eine Altersspanne von 19-34 Jahren. Einige sind noch Schüler oder befinden sich noch in der Ausbildung oder Studium, andere hingegen sind schon Familienvater und stehen im Berufsleben. „Da ist es nicht immer leicht alle ins Boot zu bekommen“ so Kalinowski. „Deshalb ist es wichtig auf einen großen Kader zurückgreifen zu können“.

Die Erfahrung im Kasseler Achter ist groß: WM-Teilnehmer, studentische Europameister, deutsche Meister. Die Erfolge der Männer des neuen Achters lesen sich nicht schlecht. Trotzdem stapelt Ruderer René Flaschmann tief:„Es ist unsere erste Saison. Wir wissen nicht wo wir stehen und müssen uns in der Liga erst mal zurecht finden.“ Er selbst war bei den Hochschuleuropameisterschaften am Start, weiß um die Klasse der jungen Bundesliga – und um die Qualität der Gegner in den anderen Achtern. „Einfach wird das nicht, verstecken werden wir uns aber auch nicht.“ Braucht die junge Truppe auch nicht: Schon im Winter wurde mehrmals wöchentlich trainiert, einmal neben und auf Eisschollen.Verbissen? Keineswegs, sagt Flaschmann: „Wir haben einfach alle einen Riesenspaß am Rudern, verstehen uns unter einander super“. Gemeinsame Aktionen, runden das Vereinsleben ab. Dem ganzen Team gefällt der Mix aus sportlichen Ehrgeiz und gemeinsamen Hobby: „Es geht nicht einzig um den Erfolg, es geht auch um das Miteinander.“

„Am wichtigsten ist doch der Spaß und einen Ausgleich zu anderen Dingen im Leben wie Studium und Beruf zu finden“ bestätigt auch Steuerfrau Marie Kalinowski. Wenn der Erfolg dazu kommt, klar, warum nicht?

Egal wie diese Saison ausgeht – dem Kurhessen-Achter geht es primär darum, in der neuen Liga anzukommen. Wohin der Weg geht, wird sich zeigen. „Vielleicht gibt es ja eine Überraschung“, schmunzelt Teamchef Oliver Quickert.

Diese Überraschung soll auch dem Verein zu Gute kommen: “Die Präsenz in den Medien ist unheimlich gestiegen. Für einen Traditionsruderverein wie den RKC ist das natürlich eine schöne Sache, dort stark vertreten zu sein,” erklärt René Flaschmann, dass es ein Gewinn für Club und Aktive sein wird, wenn die Erfolge in der Bundesliga eintreten.